Geheimnisvolles Tuffstein-Kreuz
von Renate von Fraunberg

Der Salzstein oder auch Franzosenkreuz genannt hat für viele Seeshaupter etwas Geheimnisvolles: Man hat oft davon reden hören, es gibt eine Salzsteinstraße, mancher kennt auch die Erzählungen aus der Dorfchronik von Anton Sterff - doch gesehen haben ihn nur wenige. Er stand so versteckt im Wald, das nur Ortskundige ihn finden konnten. Weil er dort aber zu verrotten drohte, haben ihn ein paar kräftige Männer vor dem Winter aus dem dichten Unterholz geholt, bei einem Steinmetz fachmännisch austrocknen lassen und kürzlich für jedermann sichtbar an der Hohenberger Straße, gegenüber der Ulrichsau unter der großen Buche wieder aufgestellt. Dort macht der Salzstein zwar (noch) nicht viel her, denn erst durch seine Hintergrundgeschichte wird er interessant. Aber die wird bald auf einer Infotafel nachzulesen sein, worum sich die Initiatoren der Aktion, die Bürgerstiftung und der Ortsgestaltungs- und Verschönerungsverein auch noch kümmern wollen.
Das Tuffsteinkreuz stammt wohl aus der Zeit zwischen 1650 und 1750; dafür spricht seine barocke Form mit dem spitzbogigen Querbalken. Ursprünglich stand es am alten Fußweg von Seeshaupt nach Oppenried. Solche Steinkreuze wurden früher – ähnlich den „Marterln", an Unglücksorten aufgestellt, damit Vorübergehende für das Seelenheil der dort Verstorbenen beten konnten. Der Name „Franzosenkreuz“ geht auf einen Bericht des Ortschronisten Sterff zurück: Er schreibt, dass es dort im Frühjahr 1800 am Grab zweier Franzosen aufgestellt wurde. Die waren während der Napoleonischen Kriege zu Tode gekommen, als ein Armeekorps mit 12000 Mann drei Tage lang am Dorfrand biwakiert hatte. Der Durchzug der französischen Soldaten ist historisch belegt, das Kreuz ist aber weitaus älter. Vielleicht haben sie es in der Nähe "gefunden".
 
 
   

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